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Eisvogelzeit

Jetzt ist er leicht zu entdecken – die kahlen Bäume bieten dem Eisvogel kaum Deckung. Der milde Winter kommt den farbenfrohen Fischjägern zugute. Wenn Gewässer über längere Zeit zufrieren, verringert sich ihr Bestand regelmäßig.

Unser kleinster

Zur Zeit kann man häufig Wintergoldhähnchen beobachten, die unentwegt in kleinen Trupps Hecken und Bäume nach Insekten absuchen. Es sind unsere kleinsten einheimischen Vögel.

Hirschbrunft im Wald

Wohl durch die großen Mengen schmackhafter und energiereicher Eicheln zieht es das Rotwild in diesem Jahr vor, den Wald zur Brunft nicht zu verlassen. Fotos vom Geschehen sind daher so gut wie unmöglich, lediglich ein paar zufällige Begegnungen waren mir vergönnt, obwohl der ganze Wald vom Röhren der Platzhirsche widerhallte.

Nur im Spätsommer…

…kann man die prächtigen Männchen der Roten Röhrenspinne beobachten, wie sie auf der Suche nach den Wohnröhren der Weibchen durch ihren sandigen Lebensraum krabbeln. In einem versteckten Naturschutzgebiet konnte ich diese südliche Art, die ich in der Vordereifel garnicht erwartet hätte, in erstaunlich großer Zahl antreffen.

Hühnerzeit

Jetzt bietet die abgeerntete Feldflur nur noch wenig Deckung für ihre tierischen Bewohner. Deshalb kann man jetzt Rebhühner und Fasane, die noch im Familienverband zusammenleben, recht gut beobachten. Während sich diese Familien bei den Fasanen allmählich auflösen, bleiben die Rebhühner noch den ganzen Winter über als Kette zusammen.

Nachzügler

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Nutria bekommt meist erst spät im Sommer ihre Jungen. Gestern konnte ich die kleinen mit ihrer Mutter am noch immer sehr niedrigen Rhein beobachten.

Kein Schmetterlingsjahr

In diesem Jahr fliegen nur sehr wenige Schmetterlinge über die Eifelwiesen. Möglicherweise hängt das mit dem milden Winter zusammen, in dem die überwinternden Raupen und Puppen schlecht vor ihren Feinden geschützt waren. Auch andere Insekten scheinen in geringerer Zahl als sonst aufzutreten. Und so konnte ich beobachten, wie sich zwei unterschiedliche Widderchenarten in Ermangelung eines passenden Partners miteinander verpaart haben. Ob aus dieser Fehlpaarung Nachkommen hervorgehen werden, muss die Zeit erst noch zeigen.

Mehr Glück hatten die sehr seltenen Hochmoor-Perlmutterfalter, die ich in einem ihrer letzten Refugien in einem Trockenmaar in erstaunlich großer Zahl beobachten konnte.

Im Reich der Zwergdommel

Das Haff Réimech, an der Mosel bei Schengen gelegen, ist das größte Feuchtgebiet im Großherzogtum Luxemburg. Es handelt sich um ein renaturiertes Kiesabbaugebiet, das es dem Besucher mit viel Aufwand und Liebe zur Natur ermöglicht, die vielen dort lebenden Tiere zu beobachten, ohne sie zu sehr zu stören. Über Holzbohlenwege sind unzählige Beobachtungshütten und -türme erreichbar.

Neben Enten, Haubentauchern, Blässhühnern und Kanadagänsen brüten hier auch noch Vogelarten, die man in der weiteren Umgebung sonst vergeblich sucht, wie Drosselrohrsänger und seit diesem Jahr auch die Fluss-Seeschwalbe.

Besonders bekannt ist das Gebiet aber für sein Brutvorkommen der scheuen Zwergdommel, die man hier mit viel Geduld in den ausgedehnten Röhrichtbeständen entdecken kann.

Die Hochzeit…

…der Austernfischer kann man am Rhein erst seit wenigen Jahren beobachten. Der auffällige Küstenvogel, der eigentlich im Wattenmeer zuhause ist, brütet inzwischen auch im Raum Koblenz. Möglich wird dies vermutlich durch die großen Mengen an asiatischen Körbchenmuscheln, die als invasive Art seit Ende der 80er Jahre den Rhein bevölkern.